chaze

regt sich auf & erklärt das universium

Die Komplexität der Feindbilder

Um da mal drauf hinzuweisen: Auch wenn der Dalai Lama und die tibetanische Bewegung immer von Demokratie und Blabla reden, hat China 1950 keine liberale Demokratie wie Schweden besetzt, sondern einen von buddhistischen Fundamentalisten regierten Feudalstaat mit festem Kastenwesen und einer Vorherschaft der religiösen Strukturen in gesamten Leben. So richtig gut kann man eine Bewegung, die das ignoriert und weiter nur von Freiheit redet, auch nicht finden. (Egal, wie scheisse China jetzt ist und wie repressiv im heutigen Tibet vorgegeganen wird.)

16. März 2008, 13:14 | Abgelegt unter: Allgemein | Tags: | 5 Kommentare

Juhu, ein neues Feindbild (Jesuspack)

Na hallo, da überlegt man sich, ob man der Herbststimmung nachgeben und sich in langweilige Aufgaben stürzen sollte und dann taucht ein neues Feindbild auf und man hat wieder was, zum Überlegen, ob man dagegen was machen sollte.
Pro Reli“ – was soll das den bitteschön? Ein Initiative, die in Berlin eine „Wahlmöglichkeit zwischen Religionsunterricht und Lebenskunde-Ethik-Religion“ fordert und dafür eine sogar eine Volksbegehren gestartet hat. Ansonsten hätte ich die nicht wahrgenommen.

Was für ein Pack. Man kann ja von Lebenskunde-Ethik-Religion halten, was man will. Aber von Religionsunterricht kann man nur eines fordern: das er aufhören soll. Wenn es tatsächlich Menschen gibt, die 2007 noch so dumm sind, irgendeiner Religion angehören zu müssen, dann ist das deren Entscheidung und dann sollen sie ihre eigene Lebenszeit dafür hergeben und nicht etwa für sich Sonderregelungen fordern. Und schon gar nicht solche, wo sie möglichst von der Erkenntnis ferngehalten werden, dass ihre Entscheidung eine Minderheitenposition ist – wenn die Schule schon bei der Vermittlung von Religionskritik versagt.
Das gehört noch weiter ausgearbeitet, aber die Zielrichtung ist klar. Wenn Menschen schon dazu gezwungen werden, in Schulen zu gehen, dann sollen sie da von solchem Wahnsinn wie Religion ferngehalten werden. So gehört sich das in einer säkularen Gesellschaft. Und eines der wenigen guten Dinge an Deutschland ist, dass es eine grundsätzlich säkulare Gesellschaft ist – auch wenn das bisher leider nicht für alle Bereiche stimmt.
Das sich die Initiative auch noch erdreistet von „Wertevermittlung“ und „Toleranz gegenüber Andersdenkenden“ zu reden, zeigt nur den Verblendungszusammenhang [hehe] an, in den sie sich begeben hat. Wie stellen die sich das vor? Nur weil ich irgendwas von Jesus, Buddha, Abraham und Mohammed höre, beginne ich den Rest der Welt zu verstehen? Was ist das bitte für ein Weltbild?
Für Atheismus in der Schule! Gebt den Kindern Unterricht in Psychopharmaka und kulturwissenschaftlicher Betrachtungsweisen der differenzierten Psychopharmakakulturen, dass bringt denen mehr Spass und Werte, als die Hoffnung, irgendwie doch nicht selber für das eigene Leben verantwortlich zu sein.

29. November 2007, 12:31 | Abgelegt unter: Aktionismus, Antidepressiva | Tags: | Comments Off

Christen sind Nazi, ach Quatsch, andersrum oder so

Zumindest: jesus.de ist eine der größten Plattformen für radikale Christinnen und Christen in Deutschland. Dort stellte letztens ein „KaeptenKook“, Schüler aus Wolgast/Mecklenburg-Vorpommern einen Beitrag ein, der ganz ironiefrei „Was Christen von Nazis lernen können“ betitelt ist. Grundthese: die NPD agiert mit platten Parolen und sozialen Engagement, also müssen das Jesus-Hippies, wie sie sich auf dieser Seite treffen, genau dasselbe tun.

Aber was können wir als Christen davon lernen in unserer Missionsarbeit??? Die NPD will durch praktische Arbeit zeigen, dass sie für die Menschen da sind und dadurch Sympathie und sogar Unterstützung bekommen und viele sich ihre Propaganda anhören — wollen wir das nicht auch, dass die Leute uns zuhören???
Lasst uns für die Menschen da sein, lasst uns nicht Evangelisationen planen, bei denen nur geredet wird, denn das machen die Politiker auch, aber niemand glaubt ihnen mehr. Die Menschen wollen praktisches sehen, Taten. Wann haben wir als Gemeinde, als Christen das letzte mal was gutes für die Stadt gemacht. Wann haben wir auf ihre Wünsche reagiert? [hier]

Das ist selbstverständlich auch keine schöne Aussicht: moralisierendes Jesuspack, dass der Welt den eigenen Glauben und den ganzen moralischen Unsinn, sexistischen Dreck und die herrschaftsaffine Gehorsamshaltung aufdrücken will.

Aber man hätte zumindest erwarten können, dass den Jesus-Jüngerinnen und -Jünger auffällt, was dort steht: nämlich dass sie sich gegenseitig vorschlagen, wie Nazis zu sein. Doch es scheint niemand zu interessieren. Sie diskuttieren so ein bisschen, ob die Autobahnen vor 1933 oder später gebaut wurden und ähnliche Dinge. Die politische Dimension der Aussage fällt ihnen nicht mal auf.
Bezeichnend.

21. Dezember 2006, 17:28 | Abgelegt unter: Nerviges, Kopfschütteln und Achselzucken | Tags: | Comments Off

Religiös unterwandert?

Findet das eigentlich noch wer komisch, dass Haile Gebrselassie den Berlin Marathon letztes Wochende gewonnen hat? Ist das nicht so, als würde Jesus Gebrchristus das Vierschanzenspringen und Lao Gebrtse den Großen Preis von Bahrain gewinnen? Müssen wir jetzt alle anfangen zu kiffen und dem Conquering Lion unsere Ehre erweisen? Ratlos…

25. September 2006, 13:26 | Abgelegt unter: Kopfschütteln und Achselzucken, Nebenher | Tags: | Comments Off