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regt sich auf & erklärt das universium

Paranoia, G8, Polizei, Back in the Days, Clubsterben

Gerade flattert ein Flugblatt auf den Tisch, in dem zu einer Demo für die Köpi aufgerufen wird.1 Was ist passiert? Wird sie wieder einmal versteigert? Will Ver.di sein Haupthaus ausbauen und jetzt – nach dem Schwarzen Kanal – auch die Köpi „vertreiben“? Ist es eine international angelegte Aktion, die in Köpenhavn das Ungdomshuset bedroht, aber in Wirklichkeit nur davon ablenken will, dass die Köpi geräumt werden soll? Oje oje oje, oje. (Wenn interessierts? Wann war ich das letzte Mal in der Köpi, wann wollte ich je diesen „Freiraum“ nutzen? Finde ich es gut, welche Leute da den „Freiraum“ nutzen?)

Es ist aber alles viel profaner. Irgendwer hat eine Anzeige beim Wirtschaftsamt Mitte gestellt, dass in der Köpi eine illegale Disko betrieben würde. Daraufhin hat das Wirtschaftsamt die Polizei vorbei geschickt, um Beweismittel zu sichern. Die hat sich darauf nicht beschränkt, sondern erst die Leute rausgeworfen (pfui!), dann ohne Zeugen/Zeuginnen (?, zumindest heißt es im Aufruf „unabhänige[…] Zeugen“) die Räume gefilmt und offen ausliegendes Material mitgenommen2 (boa, die Schweine!).
Das ist – so das Flugblatt weiter – selbstverständlich alles kein Zufall, sondern Teil der Kampagne gegen die Mobilisierung (?) gegen den G8-Gipfel, ein hinterhältiger Angriff also auf die revolutionäre Infrastruktur (oder so). Außerdem steht das alles im Rahmen mit dem total fiesen Plan, die Köpi „aus dem Bild der geschniegelten neuen Stadtmitte verschwinden“ zu lassen.3 Und deshalb sammelten sich gleich, als der Polizeieinsatz noch war, „etwas 100 Leute“ um die Kreuzung bei der Köpi zu besetzen. … … …

Das erinnert mich gleich an zwei vollkommen absurde Situationen, die ich früher erlebte.
Erstens: eine kleine Antifa-Demo in Berlin-Marzahn, Ende der 1990er (nicht die legendäre, wo die Nazis in die Bahn zurück getrieben wurden, sondern irgendeine andere.) Es passierte nichts, so fuhr nach der Demo eine Anzahl der Teilnehmenden zu eine Konzert in den Biesdorfer Stadtpark (auch Marzahn, als „Biesi“ damals unter Punks und Jugendlichen als linker Rumhäng-Treffpunkt bekannt.4 Und bevor sie dort waren, besetzten sie die Schienen, so dass die S-Bahn nicht weiter fahren konnte. Für eine viertel Stunde oder so. Vollkommen absurd, ohne irgendeinen Grund. Nicht etwa, dass sie damit Nazis aufgehalten hätten, die in der Bahn saßen und vorher eine … bekommen sollten oder so was. Nein. Der Zusammenhang zwischen Demo und Bahn war einzig, dass beide zufällig nahe beieinander existierten.
Zweitens: Irgendeine Demo, vielleicht 1. Mai-19-irgendwas oder Rettet-die-Köpi oder verteidigt-Freiräume oder so ein (wichtiges) Thema. Zumindest: in diesen Tagen war das Tacheles in Mitte von der Räumung bedroht (1997 war es, sagen die Archive diverser Zeitungen). Das Tachales ist ein so lala-vielleicht-auch-mal-etwas-linkes-Kunst- und Kulturhaus in Mitte, wo auch die reichen Kids und Studis gerne mal hingehen, sich alle aber irgendwie links fühlen (fühlen!).5
Das Haus war irgendwie mal besetzt worden, hatte aber wenig mit „politischen“ BesetzerInnen zu tun. Jetzt kommt also die Rettet-die-Köpi-oder-so-Demo vorbei, hält an der Ecke an und der Redebeitrag beginnt damit, zu sagen, dass man auch dagegen ist, dass das Tacheles geräumt wird, aber … und dann kommt eine Hasstriade gegen das Tacheles, dass immer so scheiße unsolidarisch sei und nie zu irgendwelchen Häuser-Plenas kommen würde und überhaupt mit dem Senat immer nur sein eigenes Ding machen würde und und und …
Was daran absurd war, waren zwei Dinge:
Zum einen: Warum ist die Demo überhaupt zum Tacheles gegangen, wenn das Projekt so Scheiße war (ich weiß, wir gingen extra einen großen Bogen, um dort hin zu kommen)?
Zum anderen enthielt der Redebeitrag nicht einen Satz zum damals schon akuten Clubsterben in Berlin. Es gab neben der linken Szene immer auch eine KünstlerInnenszene, die sich eine Scheißdreck um die Politik der radikalen Linken kümmerte und vor allem Räume für ihre Kunst/Musik/etc. haben wollte. Die machten (und machen) das auch beständig illegal oder halblegal, aber ohne das – wie von der radikalen Linken propagiert – gleich als politische Aktion zu sehen. Und gegen diesen Wildwuchs wehrt sich das Bezirksamt, aber auch nicht wirklich. Das ist von Seiten des Bezirks immer so ein Spiel zwischen Gewährenlassen, Fördern und Regulieren. Genau in solch eine Fallgrube war das Tacheles damals geraten. Auf der einen Seite Senatsgefödert und weit bekannt, auf der anderen Seite bedroht. Das war der Köpi egal. Eine Räumungsdrohung gilt ihr immer als Angriff auf Freiräume. Basta. Entweder/Oder, mehr ist nicht.

Deshalb muss ich auch beim aktuellen Flugblatt mit den Schultern zucken. Dass das Wirtschaftsamt eine Anzeige bekommt, passiert jedem mehr oder minder halblegalen Veranstaltungsort mal. Die Leute müssten einfach mal über die Spree rüberschauen, wo früher das Deli war. Das ist genau wegen solch einer Anzeige weg. Dafür ist jetzt dort Maria am Ufer. Dass das Amt der Anzeige nachgeht, steht in den Ausführungsbestimmungen. Ich hab selber erlebt, wie zwei Frauen vom Amt in einem Club vorbei kamen und sagten, dass sie überhaupt nichts dagegen hätten, wenn der Club offen bleibt. Das sie das sogar gut finden (Kultur, Hipsein im Stadtbezirk und so). Aber sie müssten wegen der Vorschriften vorbei schauen. Und dann setzten sie sich mit den Deligierten des Plenums hin und versuchten den Laden juristisch abzusichern, bevor sie ihn zumachen müssten. Heute läuft der als Vereinsraum, ohne Probleme.
Das sich das Amt nicht selber in die Köpi reintraut, ist irgendwie auch verständlich. Das die Bullen, wenn sie mal in die Köpi reinkommen, sich nicht ganz so gesetzestreu verhalten, ist Scheiße, aber noch lange nicht Teil einer Strategie. Das sie die nächsten Tage mit Autos an der Köpi vorbeifahren, ist aus ihrer Sicht irgendwie zu verstehen. Ich hätte als Polizeiplaner da auch meine Bedenken. (Zumal, machen sie das nicht eh‘ immer?) Und das sie frei ausliegendes Material mitnehmen: dafür ist es doch da. Sicher, eigentlich ist es nicht für Bullen gedacht. Aber: ob jetzt die Bullen was nehmen oder Staatsschutz extra Leute dorthin schickt: wo ist der Unterschied.

Man möge mich nicht falsch verstehen. Wenn der „Freiraum“ Köpi schon mal da ist, soll er auch da bleiben. Besser ist die kapitalistische Verwertung der Fläche gewiss nicht und vielleicht kann man immerhin den Keller mal wieder für (private) Gabba-Partys nutzen. Aber das Flugblatt, dass zur – huch – heutigen Demo aufruft, zeigt, wie weit die Köpi sich von der Realiät um sie herum entfernt. Es ist nicht das alltägliche Handeln von Ämter, es muß schon mindestens ein Plan sein, die Köpi zu schließen und den aber-hallo-großen-Widerstand gegen das G8-Treffen zu schädigen, der hinter einem für die Köpi-Geschichte doch eher kleinen Polizeieinsatz steht.

  1. Die Köpi? Eine Demo? Irgendwann war ich auch mal auf sowas. Wie die Zeit vergeht. Das ruft Erinnerungen hervor, wie ein Typ von „SchülerInnen aktiv für Mumia“ [oder so, einer irgendwie von der RIM beherrschten Jugendgruppe] mir erzählte, dass es keine Schwarzen und Weißen gibt, weil das Rassismus ist, aber Männer und Frauen, weil man das ja sieht. Und sich von der Meinung auch nicht im Geringsten abbringen ließ. Aber das ist kein Köpi-Problem gewesen. Ich erinnere mich nur. Muß schon lange her sein, dass ich mich noch mit solchen Durchgeknallten gestritten, hab in der Hoffung, sie mögen Vernunft annehmen. [zurück]
  2. „Zudem filmten sie die Räume, zu denen sie Zugang hatten, nahmen einige Plakate, Flyer, Aufkleber und diverses Infomaterial […].“ [Flugblatt] [zurück]
  3. So hieß das auch schon vor zehn Jahren. Deshalb ist die Gegend da jetzt auch so unglaublich reich und neu gebaut, nicht wahr? [zurück]
  4. Ich dagegen musste in diesem Scheiß Park im Sportunterricht ständig im Kreis laufen und das blöde „Schloss“ (in Wahrheit eine Villa Wihelm von Siemens) ständig im Kunst-Unterrich abmalen. Pech für mich, aber vielleicht ein Grund, nicht im „Biesi“ rumzuhängen und Bier zu trinken, als ich jung war. Obwohl ich um die Ecke wohnte. Also vielleicht auch wieder Glück für mich. [zurück]
  5. Die Partys in der panoramaBar gab es damals, glaube ich, noch nicht. [zurück]

18. Januar 2007, 13:23 | Abgelegt unter: Nerviges, Die deutsche Linke, Kopfschütteln und Achselzucken | Tags: | 1 Kommentar

Christen sind Nazi, ach Quatsch, andersrum oder so

Zumindest: jesus.de ist eine der größten Plattformen für radikale Christinnen und Christen in Deutschland. Dort stellte letztens ein „KaeptenKook“, Schüler aus Wolgast/Mecklenburg-Vorpommern einen Beitrag ein, der ganz ironiefrei „Was Christen von Nazis lernen können“ betitelt ist. Grundthese: die NPD agiert mit platten Parolen und sozialen Engagement, also müssen das Jesus-Hippies, wie sie sich auf dieser Seite treffen, genau dasselbe tun.

Aber was können wir als Christen davon lernen in unserer Missionsarbeit??? Die NPD will durch praktische Arbeit zeigen, dass sie für die Menschen da sind und dadurch Sympathie und sogar Unterstützung bekommen und viele sich ihre Propaganda anhören — wollen wir das nicht auch, dass die Leute uns zuhören???
Lasst uns für die Menschen da sein, lasst uns nicht Evangelisationen planen, bei denen nur geredet wird, denn das machen die Politiker auch, aber niemand glaubt ihnen mehr. Die Menschen wollen praktisches sehen, Taten. Wann haben wir als Gemeinde, als Christen das letzte mal was gutes für die Stadt gemacht. Wann haben wir auf ihre Wünsche reagiert? [hier]

Das ist selbstverständlich auch keine schöne Aussicht: moralisierendes Jesuspack, dass der Welt den eigenen Glauben und den ganzen moralischen Unsinn, sexistischen Dreck und die herrschaftsaffine Gehorsamshaltung aufdrücken will.

Aber man hätte zumindest erwarten können, dass den Jesus-Jüngerinnen und -Jünger auffällt, was dort steht: nämlich dass sie sich gegenseitig vorschlagen, wie Nazis zu sein. Doch es scheint niemand zu interessieren. Sie diskuttieren so ein bisschen, ob die Autobahnen vor 1933 oder später gebaut wurden und ähnliche Dinge. Die politische Dimension der Aussage fällt ihnen nicht mal auf.
Bezeichnend.

21. Dezember 2006, 17:28 | Abgelegt unter: Nerviges, Kopfschütteln und Achselzucken | Tags: | Comments Off

Ihr habt den Krieg …

Vor 200 Jahren (und zwei Tagen) ist Preussen geschlagen worden. Von Napoleon in der Schlacht von Jena und Auerstedt.
Marschall Davout am Ortsausgang von Hassenhausen, Quelle: http://www.1806-1807.napoleon-online.com/components/com_ponygallery/img_pictures/Auerstaedt1806_Girbal.jpg
Das hieß: ein militaristischer Staat wird von einem aus der Revolution hervorgegangenen Herr vernichtend geschlagen und zum Vasallen gemacht. Es hätte in der Geschichte so viel besser sein können, wäre es dabei geblieben.1 Aber es ist ein guter Grund diese Geschichte nicht den Wir-stellen-die-Schlachten-nach-Fans und preussenbegeisterten HistorikerInnen zu überlassen. Es ist eher ein Grund, sich daran zu erinnern, dass es damals die Möglichkeit einer – gewalttätigen – Aufklärung gegeben hat, die leider vorbei ging.
Zur Erinnerung noch ein Zitat aus dem Code Napoleon, dem Zivilrecht, dass durch die französische Militäroperation zumindest in Teilen Deutschlands eingeführt wurde und gegenüber dem Adelsrecht einen immensen Fortschritt bedeutete: eben die Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz:

[…]
CHAPTER I.
Of the Enjoyment of Civil Rights.
7. The exercise of civil rights is independent of the quality of citizen, which is only acquired and preserved conformably to the constitutional law.
8. Every Frenchman shall enjoy civil rights.
9. Every individual born in France of a foreigner, may, during the year which shall succeed the period of his majority, claim the quality of Frenchman; provided, that if he shall reside in France he declares his intention to fix his domicil in that country, and that in case he shall reside in a foreign country, he give security to become domiciled in France and establish himself there within a year, to be computed from the date of that undertaking.
10. Every child born of a Frenchman in a foreign country is French. Every child born in a foreign country of a Frenchman who shall have lost the quality of a Frenchman, may at any time recover this quality by complying with the formalities prescribed in the ninth article.
11. A foreigner shall enjoy in France the same civil rights as are or shall be accorded to Frenchmen by the treaties of that nation to which such foreigner shall belong.
[…]2

  1. Das ist es nicht. Erstens wegen den Herren von Stein und von Hardenberg mit ihrer Militärreform in Preussen, zweitens wegen Napoleon selber, der unbedingt auch noch Russland besiegen wollte und drittens wegen dem Wiener Kongress, der nach Napoleon Preussen und andere Staaten rekonstituierte. [zurück]
  2. Auf Englisch, weil auf Deutsch gibt es keine Übersetzung. Quelle napoleon-series.org. [zurück]

16. Oktober 2006, 12:50 | Abgelegt unter: Welt, Bestimmt wissens eh schon alle, Nebenher | Tags: | Comments Off

Polemik selbst gemacht

Einen lustigen Themenabend gab es letzten Dienstag auf arte. Thema war der christliche Fundamentalismus, vor allem in Europa. Halt so, wie arte oft ist: nicht schlecht, teilweise gut recherchiert, aber trotzdem etwas trocken. Doch das ist nicht das Problem.
Lustiger sind die Reaktionen der besprochen RadikalchristInnen. idea, die Nachrichtenagrentur dieser Verrückten, fasst deren „Entsetzen“ in einem Artikel zusammen, welcher ein wunderbares Zeugniss der Realitätsverleugung dieser Szene darstellt.

„[…] Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), eine Einrichtung der EKD, kritisierte die undifferenzierte Bezeichnung „christlicher Fundamentalismus“. Anhänger der biblischen Schöpfungslehre pauschal so zu benennen, sei „unsäglich“. „Das zeugt von Unwissenheit“, so EZW-Referent Michael Utsch (Berlin). Aus seiner Sicht gibt es in der Evolutionstheorie „empfindliche Erklärungslücken“, die kritische Rückfragen zuließen. Solche Lücken gebe es auch im Kreationismus. Es sei aber falsch zu behaupten, der Kreationismus gehöre ins Mittelalter. Vielmehr biete er „viele interessante Erklärungsansätze“.[…]“

Schon mal dufte Rückendeckung von der evangelischen Kirche geholt, die tatsächlich immer mit sich ringt, religiösen Blödsinn zu vertreten aber nicht, nicht, gar nicht je fundamentalistisch sein zu wollen. Bloß die Idee, dass der Kreationismus irgendeine „interessanten Erklärungsansatz“ bieten würde, zeigt, dass die hier eingeforderte Unterscheidung zwischen den fundamentalistischen Gruppen stellenweise ungefähr genauso irrelevant ist, wie wenn Burschenschaften auftreten und fordern, dass man zwischen Landsmannschaften, Corps und Sängerschaften zu unterscheiden hätte, obwohl man gerade ihren Elitengestus kritisiert hat.

„[…] Der wissenschaftliche Mitarbeiter [sic!] der Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“, Reinhard Junker (Baiersbronn/Schwarzwald), bezeichnete den Film als „Polemik gegen Christen, für die die Bibel eine realistische Informationsquelle ist“. […]“

Das ist ganz abgehoben. Leute, die die Bibel als realistische Informationsquelle ansehen sind per se durch den Wind und jedem rationalen Argument verschlossen, besonders wenn sie ständig davon erzählen müssen.1 Dass ist dann keine Polemik, wenn man über die herzieht – was der angesprochene Film auch nicht tat – sondern einfach nur Darstellung der – traurigen – Realität.

„[…] Der Christliche Medienverbund KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) wirft den Autoren des Arte-Films vor, den christlich-jüdischen Glauben an einen Schöpfergott zu karikieren. „Der provokante Titel dieses Beitrags ist bereits eine Beleidigung für gläubige Christen“, erklärte KEP-Geschäftsführer Wolfgang Baake (Wetzlar). Der Begriff „Glaubenskrieg“ im Filmtitel setze stillschweigend Christen mit islamischen Fundamentalisten gleich und unterstelle Christen, ihre Überzeugungen mit Gewalt durchsetzen zu wollen. […]“

Und solche Aussagen zeigen, dass bei den fundamentalistischen ChristInnen absichtlich (mindestens) die letzten dreihundert Jahre Aufklärung aus der Geschichte getilgt werden sollen, wenn man noch nicht mal eine Witz über ihr Gottesbild machen darf und in einem Filmtitel darauf verweisen, dass Religion nun mal Privatsache, aber auch nicht mehr ist, gleichzeitig aber gerade Privatsache, d.h. dass die jeweiligen Gottesbilder nun mal persönliche Ideen sind und keine Dinge, die man der Welt verkünden und aufzwingen darf.
Und die Angst, mit IslamistInnen gleichgesetzt zu werden, kann man gut übergehen. Erstens reden die JesusjüngerInnen gerne selber von Krieg und Schlacht, zweitens gehen sehr wohl einige von ihnen mit Gewalt vor2 und drittens sind die Parallelen für Außenstehende einfach zu offensichtlich. Nur wollen das die TäterInnen nicht wahrhaben, weil: ihr Gott ja der einzige Gott sein soll und ihrer Relgionsgemeinschaft deshalb so einzigartig, dass sie mit anderen nicht verglichen werden darf.

Alles in allem ein bezeichnendes Dokument der Dummheit, die sich leider ausbreitet.

Deshalb wäre es gut, wenn am Samstag den Aufmarsch der LebensschützerInnen nicht ungestört ablaufen könnte. Es ist einfach notwendig, denen klar zu machen, dass ihre Meinung nicht akzeptiert wird und falsch ist. Ansonsten zwingen die immer mehr ihre Kinder ihren Blödsinn für bare Münze zu nehmen. Immerhin rechnen sie jetzt offenbar selber mit Protesten.

  1. Diese Leute verlegen dann meist bei der Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“. Kein Wunder, dass deren „wissenschaftlicher Mitarbeiter“ sie ernstgenommen wissen will. [zurück]
  2. Ich zumindest kann mindestens von zwei Beulen erzählen, die von radikalen Christen (ja, männlich) stammten, doch das meine ich nicht. Im subsaharischen Afrika oder auch in Brasilien gibt es regelrechte christliche Schlägertruppen, die andere Denominationen, Religionen oder „weltliche“ Gruppen und Orte angreifen. Das sind nicht alle existierenden fundamentalistischen ChristInnen und das passiert auch nicht in Deutschland, doch das ist ja bei IslamistInnen auch nicht anders. Die schlagen meistens auch nicht zu. Manchmal reicht halt schon, wie bei den Jesusfans. [zurück]

22. September 2006, 13:31 | Abgelegt unter: Nerviges, Aktionismus, Das ist die Welt, in der wie leben | Tags: | 1 Kommentar


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