chaze

regt sich auf & erklärt das universium

französische Revolution im Schwarzwald

Absurde Fundstücke, Erster Teil: Die 7b der Eschachschule Dunningen spielt die Französische Revolution. Hier da so: König doof, Königin doof, alle anderen unzufrieden, hopps – schon ist die Republik da. So wird es wohl gewesen sein, damals: Film als WMV-Datei
[Okay, die Geschichte ist auch schon im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen mehr verhunzt worden. Aber absurd ist der Film dennoch.]

05. Februar 2008, 01:49 | Abgelegt unter: Kopfschütteln und Achselzucken, Antidepressiva | Tags: | Comments Off

Everyday Life Rap

27. Januar 2008, 00:54 | Abgelegt unter: Das ist die Welt, in der wie leben, Happy Kapitalismus | Tags: | Comments Off

Koinzidenz

Eine strange Erfahrung ist es, krank herum zu liegen, zur Entspannung dieses Buch („Einweisung nach Torgau“) zu lesen und dabei im Radio den anschwellenden Irrsinn in Sachen Jugendliche-in-Erziehungsheime-sperren zu verfolgen. Weltgeist: ick hör dir trapsen.

10. Januar 2008, 19:55 | Abgelegt unter: Die deutsche Gesellschaft, Antidepressiva | Tags: | Comments Off

Juhu, ein neues Feindbild (Jesuspack)

Na hallo, da überlegt man sich, ob man der Herbststimmung nachgeben und sich in langweilige Aufgaben stürzen sollte und dann taucht ein neues Feindbild auf und man hat wieder was, zum Überlegen, ob man dagegen was machen sollte.
Pro Reli“ – was soll das den bitteschön? Ein Initiative, die in Berlin eine „Wahlmöglichkeit zwischen Religionsunterricht und Lebenskunde-Ethik-Religion“ fordert und dafür eine sogar eine Volksbegehren gestartet hat. Ansonsten hätte ich die nicht wahrgenommen.

Was für ein Pack. Man kann ja von Lebenskunde-Ethik-Religion halten, was man will. Aber von Religionsunterricht kann man nur eines fordern: das er aufhören soll. Wenn es tatsächlich Menschen gibt, die 2007 noch so dumm sind, irgendeiner Religion angehören zu müssen, dann ist das deren Entscheidung und dann sollen sie ihre eigene Lebenszeit dafür hergeben und nicht etwa für sich Sonderregelungen fordern. Und schon gar nicht solche, wo sie möglichst von der Erkenntnis ferngehalten werden, dass ihre Entscheidung eine Minderheitenposition ist – wenn die Schule schon bei der Vermittlung von Religionskritik versagt.
Das gehört noch weiter ausgearbeitet, aber die Zielrichtung ist klar. Wenn Menschen schon dazu gezwungen werden, in Schulen zu gehen, dann sollen sie da von solchem Wahnsinn wie Religion ferngehalten werden. So gehört sich das in einer säkularen Gesellschaft. Und eines der wenigen guten Dinge an Deutschland ist, dass es eine grundsätzlich säkulare Gesellschaft ist – auch wenn das bisher leider nicht für alle Bereiche stimmt.
Das sich die Initiative auch noch erdreistet von „Wertevermittlung“ und „Toleranz gegenüber Andersdenkenden“ zu reden, zeigt nur den Verblendungszusammenhang [hehe] an, in den sie sich begeben hat. Wie stellen die sich das vor? Nur weil ich irgendwas von Jesus, Buddha, Abraham und Mohammed höre, beginne ich den Rest der Welt zu verstehen? Was ist das bitte für ein Weltbild?
Für Atheismus in der Schule! Gebt den Kindern Unterricht in Psychopharmaka und kulturwissenschaftlicher Betrachtungsweisen der differenzierten Psychopharmakakulturen, dass bringt denen mehr Spass und Werte, als die Hoffnung, irgendwie doch nicht selber für das eigene Leben verantwortlich zu sein.

29. November 2007, 12:31 | Abgelegt unter: Aktionismus, Antidepressiva | Tags: | Comments Off

Teilgruppenhumor

Zum Palituch bei telepolis stellt Marcus Hammerschmitt (Die Rückkehr des schwarz-weißen Elends):

Ist es sinnvoll, diesem Schwachsinn mit dem Arsenal von Antisemitismustheorien zu begegnen, das man auf ihn ansetzen könnte? Den uncoolen Kids entgegen zu halten, dass coole Kids keine Palitücher tragen? Sie zu fragen, ob ihnen nur kalt ist, oder ob sie keine Juden mögen? Wer glaubt, dass auf solche Aufklärungsversuche mehr zurückkäme als ein blödes Glotzen und ein Gestammel à la „Der Kevin aus der 7b hat auch eins“, der pflegt wahrscheinlich auch noch andere Illusionen.

Da sag ich doch: Vielleicht. Aber wenn’s doch Spaß macht! [Und außerdem können sie ruhig mal merken, dass es Leute gibt, die sie nicht mögen. Sagt ihnen ja sonst niemand mehr.]

29. November 2007, 03:07 | Abgelegt unter: Die deutsche Gesellschaft, Happy Kapitalismus | Tags: | Comments Off

Neuwahlen, Revolution

Angesichts der sich anbahnenden Neuwahlen in Deutschland (Minsterrücktritte, quasi Generalstreiks und so weiter) und der damit bekanntermaßen einhergehenden Umbauten und politische Revolutionen möchte ich hier bemerken, dass ich in voller Absicht in die Hochburg der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, nach Neukölln, gezogen bin, da ich weiß, dass nur von hier die endgültige Teilung Deutschlands und Neuordnung des bestehenden Systems ihren Ausgang nehmen werden kann. Und dass dem die Machtübernahme dank absoluter Mehrheit vorangehen wird.

(Dieses Posting bitte ich nach der Revolution als unbedingte Zustimmung zu allen Kursen und Richtungsänderungen der Partei zu interpretieren und entsprechend zu honorieren. Mit einem Ministerposten oder ähnlichem.)

13. November 2007, 12:30 | Abgelegt unter: Wo ich jetzt in Neukölln wohne | Tags: | Comments Off

Parolenverlegenheit

Auf der Gedenkdemonstration anlässlich des 69. Jahrestages der sogenannten Reichsprogromnacht einem Jugendlichen mit höchstwahrscheinlich türkischem Migrationshintergrund, der sich aus seinem Fenster lehnt und angesichts der Israelfahnen „Scheiß Juden“ pöbelt mit der Parole „Nie, nie, nie wieder Deutschland“ und „Kampf dem Faschismus, Kampf dem Antisemitismus, nieder mit Deutschland und für den [irgendwas mit „-ismus“ am Ende]“ zu antworten … das ist etwas schwierig. Selbstverständlich: die Intervention ist notwendig. Und bestimmt sollte die radikale Linke die letzte Gruppe sein, die diesen Jugendlichen den rechtlichen Status als Deutsche absprechen sollte, den die meisten von ihnen heute doch haben. Insoweit sind sie auch Teil Deutschlands und deshalb mit Scheiße. Aber … komisch ist es doch. Veränderte Verhältnisse bedürfen neue Parolen und die sich als „türkisch/islamisch“ verstehenden rechtsextremen Subkulturen benötigen offenbar ganz schnell welche.
Und die antirassistisch engagierten Menschen im hinteren Teil der Demonstration sollten vielleicht das nächste mal überlegen, ob kurz nach solchen Situationen die Parole „Um Europa keine Mauer, Bleiberecht für alle und auf Dauer“ wirklich wirklich wirklich angemessen ist. Sicher, ja, stimmt ja. Auch rechtsextreme Jugendliche müsse sich niederlassen dürfen, wo sie wollen, da darf kein Staatenbund mit seiner rassistischen Abschottungspolitik dagegen stehen – schon damit man sie dort mit Bildung schlagen kann antifaschistisch gegen sie agieren kann. Aber irgendwie …

10. November 2007, 15:26 | Abgelegt unter: Die deutsche Linke, Aktionismus, Das ist die Welt, in der wie leben | Tags: | Comments Off

Warum kommt den niemand mehr zur Demo?

Letztens, in Berlin, eine Veranstaltung mit mehreren antirassistischen Initiativen. Die Chipkartenini stellt ihre neue Kampagne vor, welche notwendig wurde, weil die Initiative zumindest in Berlin gewonnen hat. Während der Veranstaltung die alte Frage, warum immer so wenige Leute zu antirassistischen Aktionen kommen.
Dann, gestern, Demonstration gegen den Abschiebeknast in Grünau und damit auch Beginn der Kampagne. So wenige Leute waren es nicht. Bei indymedia heißt es, es wären 200 gewesen. Und so ungefähr stimmt das wohl auch. Einer der letzten Redebeiträge über die Notwendigkeit, nicht nur Abschiebeknäste, sondern die gesamte rassistische Gesetzgebung abzuschaffen. Alles ganz richtig, dafür war die Demonstration ja da. Dafür fuhren wir nach Grünau. Doch dann der nächste Satz: außerdem müssen sofort alle deutschen Truppen überall abgezogen werden und die Armee aufgelöst werde, weil das irgendwie dazu gehören würde.
Aha. Nein, nicht so einfach. Oder: das mag man in der Chipkartenini so sehen, aber es ist doch ein umstrittenes Thema (um es mal so verharmlosend zu sagen). Und vor allem ist es nicht folgerichtig. Ich fühle mich vereinnahmt. Wieso muss ich bitteschön für letzteres sein, wenn ich gegen die rassistische Gesetzgebung bin?

Einige Monate vorher, bekannter Fall. Vier Menschen, darunter ein wissenschaftlicher Angestellter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Humboldt-Universität werden wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer angeblichen terroristischen Vereinigung verhaftet. Drei wurden verhaftet, als sie angeblich militärische Fahrzeuge anzündeten; der vierte, weil sich offenbar Passagen in seinen Texten denen in einigen Bekennerschreiben der Gruppe, der die drei anderen angehören sollen, ähneln.
Wichtig ist wohl folgende Differenzierung. Da gibt es die einen, die sich über die Verhaftung der vier an sich aufregen (was so allgemein nicht falsch ist) und da gibt es die relativ breite Öffentlichkeit, welche sich darüber aufregt, dass die Polizei und Staatsanwaltschaft offenbar zu blöde ist, zu bemerken, dass „Gentrifizierung“ ein lange etablierter Begriff ist und kein Hinweis darauf, dass jemand Teil einer Gruppe ist, nur weil diese den Begriff auch benutzt.
Also: eine der Kundgebungen vor dem Knast. Mehr als die Hälfte der Leute gehört nicht zu den bekannten Gesichtern bei solchen Veranstaltungen und hat mit der Gruppe, um die es angeblich bei den Verhafteten geht, auch nichts am Hut. Es geht ihnen ganz offensichtlich um den Wahnsinn der Staatsanwaltschaft, die keine Ahnung von der Textproduktion in Zeiten der modernen Kommunikationsmittel hat und einer sogenannten Terrorgruppe offenbar nicht zutraut, einfache wissenschaftliche Konzepte nachvollziehen zu können.
Dann Redebeitrag über die Situation an sich, der Fall wird geschildert, Polizeischikane, offensichtlich falsche Begründungen der Staatsanwaltschaft. Alles nachvollziehbar. Und weil es irgendwie um militärische Fahrzeuge geht, auf einmal Sätze, dass man es an sich richtig findet, „die deutsche Kriegsmachinerie“ anzugreifen und dass alle deutschen Gruppen zurückgezogen werden müssen und das es auf dieser Kundgebung genau auch um das gehen würde.
Wieder mal fühle ich mich vereinnahmt. Wieso muss ich für letzteres sein, wenn ich dafür bin, dass Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gefälligst forschen dürfen, worüber sie wollen, wissenschaftliche Terminologie benutzen dürfen, dass andere aus diesen Texten zitieren dürfen und dass das die Staatsanwaltschaft nichts angeht? Und gerade dieses Thema: Illegalität und deutsche Truppen im Ausland. Es hätte es keine heftigen Auseinandersetzungen darum gegeben. Ich meine: ist das bei den Menschen, die diese Kundgebung organisierten, nicht angekommen?
Zumindest sollen dann bei der nächsten Aktion kaum noch Menschen da gewesen sein.

Und das passiert immer wieder. Man nimmt an einer Aktion teil, die man inhaltlich richtig findet und auf einmal wird man vereinnahmt für Dinge, die man gar nicht unterstützt, gegen die man sogar argumentieren will.
Ich meine, was steckt den hinter diesem Vorgehen? Es scheint doch so, als würden die organisierenden Gruppen einen ziemlich speziellen Kanon als links/antirassistisch/was-auch-immer definieren. Und nur, wer diesem Kanon zustimmt, soll dann bei den Aktionen teilnehmen dürfen. Und dieser Kanon wird zuvor auch nicht kundgeben. Das auf solchen Veranstaltungen ein antisexistischer Grundkonsens herrschen soll, ist beispielsweise bekannt. Aber dass man antiimperialistischen Blödsinn glauben muss, nur weil man gegen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen Wissenschaftler ist, ist nicht bekannt. Es ist auch Blödsinn.
Aber wenn das ständig passiert, sollte man sich auch nicht mehr fragen, warum nur wenige Menschen zu Demonstrationen kommen oder warum so viele Gruppen nicht miteinander zusammen arbeiten. Man weiß ja gar nicht mehr, was man so alles durch seine Teilnahme unterstützt. Vielleicht macht man dann auf einmal Propaganda für die Hamas, obwohl man eigentlich für die Viertelparität in Hochschulgremien demonstrieren will. Oder man macht Wahlwerbung für die Kanzlerkandidatur von Klaus Wowereit, obwohl man eigentlich gegen einen Naziaufmarsch auf der Straße steht. Man weiß es einfach nicht. Und deshalb bleibe ich auch lieber zu hause.

05. November 2007, 12:43 | Abgelegt unter: Allgemein, Nerviges, Die deutsche Linke, Kopfschütteln und Achselzucken | Tags: | 2 Kommentare

Sagt der „organische Intellektuelle“

„Die Vorstellung, es gäbe so etwas wie Diskurshoheit, ist eine Kompensation von realen und politischen Einflussverlusten von Intellektuellen. Da man mit Kritik an Verhältnissen offensichtlich nicht mehr weiterkommt, gewinnt man halt die Hoheit über Diskurse.“(Diedrich Diederichsen, in der aktuellen De:Bug 117, S.28)

Kann man auch sagen, wenn man „zur Zeit am Institut für Gegenwartskunst an der Wiener Akademie der Bildenden Künste“ arbeitet.
Und gerade 50. geworden ist. (Aber lieber er, als dieses Vertriebenenpack.)

27. Oktober 2007, 14:38 | Abgelegt unter: Merksatz | Tags: | 2 Kommentare

yeah, webradio

Webradio: macht, dass man Songs wieder hört, die man niemals jemals wieder selber angemacht hätte, weil einem der Pathos sowas von peinlich ist. Aber: dass waren noch Zeiten, andere Zeiten.
Eine Musikausgabemaschine mit großer Street-Credibility. Dargestellt mit einem starken Subkulturgestus.

27. Oktober 2007, 00:51 | Abgelegt unter: Allgemein, Happy Kapitalismus, Antidepressiva | Tags: | Comments Off