chaze

regt sich auf & erklärt das universium

Sagt der „organische Intellektuelle“

„Die Vorstellung, es gäbe so etwas wie Diskurshoheit, ist eine Kompensation von realen und politischen Einflussverlusten von Intellektuellen. Da man mit Kritik an Verhältnissen offensichtlich nicht mehr weiterkommt, gewinnt man halt die Hoheit über Diskurse.“(Diedrich Diederichsen, in der aktuellen De:Bug 117, S.28)

Kann man auch sagen, wenn man „zur Zeit am Institut für Gegenwartskunst an der Wiener Akademie der Bildenden Künste“ arbeitet.
Und gerade 50. geworden ist. (Aber lieber er, als dieses Vertriebenenpack.)

27. Oktober 2007, 14:38 | Abgelegt unter: Merksatz | Tags: | 2 Kommentare

Merksatz

There’s a thin line between love and hate
There’s a thin line between real and fake
There’s a thin line between everything
That’s why more times I just don‘t say anything
[Kano / This Is My Life (Thin Line).- London Town]

15. September 2007, 12:58 | Abgelegt unter: Nebenher, Merksatz | Tags: No Tags | 2 Kommentare

YEP!

Dont foget yo dreams
[Nottingham, von hier, Prancehall. Wenn schon da, dann Mixtape „Anger is a Gift“ anhören.]

16. August 2007, 10:41 | Abgelegt unter: Welt, Merksatz, Antidepressiva | Tags: | Comments Off

Ikea vs. Bauhaus

„Den Kleinbürger zeichnet aus, daß er sich von den äußerlichen Formen der traditionellen Bürgerkultur angezogen fühlt, ohne sich aber für deren Inhalte zu interessieren, geschweige denn sich dafür zu erwärmen. Er liebt die rotsamtenen Polster und die Kronleuchter, aber er möchte nicht drei Stunden warten, bis er applaudieren darf. Er möchte alle fünf Minuten klatschen, ‚halt‘ nach jeder ’supertollen‘ ‚Supermelodie‘ Musik und gutes Essen sind für ihn erst Musik und gutes Essen, wenn Kerzen brennen, und er besteht darauf, daß bei den Popmusik-Playbackvorführungen in Fernsehunterhaltungssendungen vom Künstlerdienst angemietete Frauen in Abendkleidern sitzen, die so tun, als würden sie geigen oder Cello spielen. (Auf Bratschen legt er keinen Wert, denn diese mittelgroße Form würde er nicht erkennen.) […] Authentische, der frischen, leuchtenden und immerzu großen Gegenwart entspringende Kulturleistungen dagegen sind in seinen Augen ‚vielleicht ganz witzig, aber irgendwie anstrengend‘, ‚muß ich mir aber nicht antun‘, sie sind schlechtgelauntestenfalls ‚Kunstkacke‘, gnädigstenfalls ’skurril‘. ‚Was will der Künstler uns damit sagen?‘ sagen die Kleinbürger in ihrer sentenziösen Ironie, die sie selber nicht mehr als solche erkennen, lachen blöd und schicken sich in ihre gedankenlose Selbstzufriedenheit. Sie haben ja ihren Champagner oder Büro-Sekt und ihre nimmermüden ‚wunderbaren Abba-Melodien‘.“ [Max Goldt / Kurzärmelige Hemden. – Titanic, 07/07, S.62f.]

22. Juli 2007, 13:38 | Abgelegt unter: Die deutsche Linke, Das ist die Welt, in der wie leben, Merksatz, Antidepressiva | Tags: | Comments Off

Kreislauf

Das Schöne ist ja: kaum hat man mal wieder innerlich mit der radikalen Linken abgeschlossen, hat sich gesagt: jetzt ist aber genug mit diesen Scheiß-Szene-Spielchen, Profilneurosen, Größenwahn, Polemiknonsense und Kindergartengeplänkel; man ist doch keine 18 mehr --- kaum ist man also dabei, sich den Rückzug in die Wissenschaft („organischer Intellektueller“), die Kunst („kritische Intenventionen“), das „normale“ Leben („Übergangsphase“), die kapitalistische Selbstausbeutung („digitale Bohème“) oder was auch immer schön zu reden, genau dann beginnt die Regierung wieder mal vollkommen am Rad zu drehen und man merkt, dass man in Deutschland ist und ein Zurückfallenlassen in linksbürgerliche Hoffnungen nichts weiter sein wird, als die Aufgabe jeglicher Hoffnung auf Emanzipation oder ein gutes Leben. Darauf kann man sich fast schon wieder verlassen.

09. Juli 2007, 12:38 | Abgelegt unter: Kopfschütteln und Achselzucken, Merksatz | Tags: No Tags | Comments Off

In Berlin

Meist kann man ja daran zweifeln. Aber wenn in der U-Bahn neben einem drei Pärchen sitzen, das erste streitet in französisch miteinander, das zweite in spanisch und das dritte in englisch und alles gleichzeitig … dann fühlt sich das Leben in Berlin doch manchmal an, wie das Leben in einer Metropole. Zumindest kurz. Danach ist die Schadenfreude das bestimmende Gefühl.

26. Mai 2007, 04:32 | Abgelegt unter: Nerviges, Merksatz | Tags: | Comments Off

Dialektik des Web2.0

Was ich schon immer mal irgendwo sagen wollte, wo es passt, aber jetzt auch einfach kontextlos sage:
„Das Gute am Internet ist, dass alle selber was schreiben dürfen. Das Schlechte am Internet ist, dass alle selber was schreiben dürfen.“
Warum ich drauf komme? Weil ich den Spruch für blogsport ändern wollte:
„Das Blöde am Spamschutz ist, dass erstmal alle Kommentare hängen bleiben. Das Gute am Spamschutz ist, dass erstmal alle Kommentare hängen bleiben.“ Aber ehrlich.

17. April 2007, 02:46 | Abgelegt unter: Allgemein, Nerviges, Merksatz | Tags: | Comments Off

Diskursmonopole sind das Übel jeder Kampagnenzeit

Beim Flyerverteilen, gerade: An den Tresen gegangen, nachgefragt, ob die Flyer hier legen können. Überraschte Reaktion vom Tresen: „Was, nichts mit G8?“ Yep, nichts mit G8. Die Flyer darf trotzdem/gerade deswegen liegen bleiben.

07. April 2007, 21:52 | Abgelegt unter: Die deutsche Linke, Merksatz | Tags: | Comments Off

Stimmt

Christentum gehört eigentlich längst auf den Index.

Recht hat bleed und den Text dazu gibt es im de:bug-Blog über ein weiteres Beispiel christlich-fundamentalistischen Irrsinns.

20. März 2007, 01:18 | Abgelegt unter: Nerviges, Merksatz | Tags: | Comments Off

falsche Entscheidungen

Die Linke trifft übrigens immer genau die falschen Entscheidungen, wenn sie die Wahl hat. (Zumindest meistens, im Popbereich.)
Beispiel: letzten Samstag, Kato, Abschlussparty der „Antifaschistischen Aktionswochen“ (huch, schon wieder vorbei, ähm … je, ich werde alt). DJ-Clash. Zur Auswahl stehen drei DJs/Crews:

  • NoPopNoStyle. Die schlechtesten DJs, die es zur Zeit in ganz Berlin zu geben scheint. Nehme ich meinen Rechner, lade nur die Popsongs und drücke auf Shuffle, habe ich ein besseres Programm. Keine Übergänge, keine Spiel, keine Linie. Da wird einfach nach Gutdünken der DJs ein Popsong von vorne nach hinten durchgespielt, kurz Pause gemacht, das nächste Lied gespielt. Und das, ohne auch nur ansatzweise auf Anschluss der Songs zu achten. Schuldiskoniveau.
  • DJ Bela und MC Pastafarie. Ein Reggaeset, teilweise mit MC. Größtenteils Hits, meist auch ohne rechte Übergänge gespielt. Aber immerhin eine Linie und der MC nett. Endlich mal auf einer solchen (Soli-)Party Dancehall-Atmosphäre mit Response von MC zu DJ, MC zum Publikum und andersrum. Zumal: ein MC der im Dancehall-Style gegen Rastafari-Spinner toastet: großartig. (zumal die Berlin gerade Überhand zu nehmen scheinen.)
  • DJ Matatu. Anfangs etwas James Brown, fast schon als Pflichtübung. Danach großartiges Set (mit ordentlichen Übergängen und guten Aufbau), hauptsächlich Kwaito und AfroBeats. Tanzbar, mitreißend und ohne Pausen durchgespielt (technische Probleme mal außen vorgelassen). Auch der einzige, der mit Platten auflegte. Man merkte schon, wie der Saal sich leerte. Kann man mal was Unbekannteres hören, gehen die Leute.

Und wer gewinnt den Clash? NoPopNoStyle. … Wie gesagt: hat sie einmal die Wahl, die Berliner Linke, wählt sie das falsche. Fast schon konsequent.

(Merksatz: Die Linke ist eine politische Szene. Auch wenn sie manchmal anderes sein will, zur Subkultur eignet sie sich nicht, so sehr tanzt sie – stilistisch – dem Mainstream hinterher. Das sagt nichts über ihre politischen Aktivitäten.)

19. Februar 2007, 13:02 | Abgelegt unter: Die deutsche Linke, Kopfschütteln und Achselzucken, Merksatz | Tags: | 2 Kommentare