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regt sich auf & erklärt das universium

Juhu, ein neues Feindbild (Jesuspack)

Na hallo, da überlegt man sich, ob man der Herbststimmung nachgeben und sich in langweilige Aufgaben stürzen sollte und dann taucht ein neues Feindbild auf und man hat wieder was, zum Überlegen, ob man dagegen was machen sollte.
Pro Reli“ – was soll das den bitteschön? Ein Initiative, die in Berlin eine „Wahlmöglichkeit zwischen Religionsunterricht und Lebenskunde-Ethik-Religion“ fordert und dafür eine sogar eine Volksbegehren gestartet hat. Ansonsten hätte ich die nicht wahrgenommen.

Was für ein Pack. Man kann ja von Lebenskunde-Ethik-Religion halten, was man will. Aber von Religionsunterricht kann man nur eines fordern: das er aufhören soll. Wenn es tatsächlich Menschen gibt, die 2007 noch so dumm sind, irgendeiner Religion angehören zu müssen, dann ist das deren Entscheidung und dann sollen sie ihre eigene Lebenszeit dafür hergeben und nicht etwa für sich Sonderregelungen fordern. Und schon gar nicht solche, wo sie möglichst von der Erkenntnis ferngehalten werden, dass ihre Entscheidung eine Minderheitenposition ist – wenn die Schule schon bei der Vermittlung von Religionskritik versagt.
Das gehört noch weiter ausgearbeitet, aber die Zielrichtung ist klar. Wenn Menschen schon dazu gezwungen werden, in Schulen zu gehen, dann sollen sie da von solchem Wahnsinn wie Religion ferngehalten werden. So gehört sich das in einer säkularen Gesellschaft. Und eines der wenigen guten Dinge an Deutschland ist, dass es eine grundsätzlich säkulare Gesellschaft ist – auch wenn das bisher leider nicht für alle Bereiche stimmt.
Das sich die Initiative auch noch erdreistet von „Wertevermittlung“ und „Toleranz gegenüber Andersdenkenden“ zu reden, zeigt nur den Verblendungszusammenhang [hehe] an, in den sie sich begeben hat. Wie stellen die sich das vor? Nur weil ich irgendwas von Jesus, Buddha, Abraham und Mohammed höre, beginne ich den Rest der Welt zu verstehen? Was ist das bitte für ein Weltbild?
Für Atheismus in der Schule! Gebt den Kindern Unterricht in Psychopharmaka und kulturwissenschaftlicher Betrachtungsweisen der differenzierten Psychopharmakakulturen, dass bringt denen mehr Spass und Werte, als die Hoffnung, irgendwie doch nicht selber für das eigene Leben verantwortlich zu sein.

29. November 2007, 12:31 | Abgelegt unter: Aktionismus, Antidepressiva | Tags: |

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