chaze

regt sich auf & erklärt das universium

Lustig gerade

In den letzten Tagen fühlte ich mich mehrfach gedrängt von zwei Sketchen zu erzählen, weil ich sie so gut fand. Beide von The Whiteste Kids. Beide sind schon älter, aber irgendwie passen sie gerade.

Ein kurzer

Ein Langer

Beides großer Blödsinn, aber kluger Blödsinn.

26. März 2007, 01:01 | Abgelegt unter: Nebenher, Antidepressiva | Tags: | Comments Off

Gentrifizierung Neukölln, nochmal

Wie ich vor kurzem schrieb läßt sich hier in Neukölln Gentrifizierung live erleben und – ein paar Grundlagen im Hinterkopf – beobachten. Zu dieser These passt der Artikel Stadtumbau durch Kommunikation von Matthias Brake auf telepolis. Dort wird der Stadtumbau positiv beschrieben – was immer umstritten ist, schließlich beinhaltet das in letzter Konsequenz immer auch das Wegziehen größerer Bevölkerungsgruppen. Aber es läßt sich nicht bestreiten, dass der Umbau stattfindet und gefördert wird.

25. März 2007, 12:25 | Abgelegt unter: Nebenher, Wo ich jetzt in Neukölln wohne | Tags: | 1 Kommentar

Nichts vor?

Wieder mal nichts vor? Gedrückt, weil es regnet in Berlin?
Geh doch protestieren

100 Tage sind genug … Matti muss raus!
Image Am Donnerstag, dem 22. März sitzt unser Freund Matti bereits 100 Tage in U-Haft. Das sind 100 Tage zuviel! Deshalb gibt es an diesem Tag eine Kundgebung vor der JVA Moabit. Wir wollen erneut auf das Unrecht aufmerksam machen, das Matti widerfährt und ihm zeigen, dass er nicht alleine ist und wir nicht Ruhe geben werden, bis er wieder draußen bei uns ist!

Donnerstag, 22.3.2007 / 17 Uhr / JVA Moabit

Ruh dich aus.
Geh bouncen:
Flyer zur Hiphop-Party der [grab] in der Köpi am 23.03.2007

Geh noch mal tanzen
Flyer zur Party für das Rock für Links in  Marzahn in der K9 am 24.03.2007
Ruh dich aus von dem Wochende. Schon ist die nächste Woche. So einfach geht das manchmal. Und am Ende fühlt man sich zudem noch politisch.

22. März 2007, 16:21 | Abgelegt unter: Die deutsche Gesellschaft, Aktionismus, Nebenher, Antidepressiva | Tags: | Comments Off

Stimmt

Christentum gehört eigentlich längst auf den Index.

Recht hat bleed und den Text dazu gibt es im de:bug-Blog über ein weiteres Beispiel christlich-fundamentalistischen Irrsinns.

20. März 2007, 01:18 | Abgelegt unter: Nerviges, Merksatz | Tags: | Comments Off

Gentrifizierung live

Es gibt eine Anzahl von Menschen, die behaupten, in Neukölln würde keine Gentrifizierung stattfinden. Ich denke, dass stimmt nicht. Gestern ging ich einen Weg, den ich das letzte Mal vor zwei Wochen gegangen bin. Keine 30 Minuten lang. Eine kursorische Übersicht der auffälligen Veränderungen:

  • Drei „Wohnungsauflösungsläden“ haben geschlossen. Zwei stehen leer, in einem wird schon wieder etwas verkauft. Chinesische Möbel.
  • Aus einer der Bäckereien um die Ecke, ist eine Konditorei geworden, aus einem Zeitschriftenshop ein Shisha-Shop.
  • Ein kleines (christliches!) Jungendzentrum wurde eröffnet.
  • Mindestens bei zwei Häusern sind die Geländer abgenommen worden, weil die Außenfassadenrekonstruktion fertig geworden ist.
  • Zwei 99-Cent-Läden machen demnächst zu, eine süffige Eckkneipe auch.
  • Aus einem Imbiss wurde ein Ball- und Brautmodenshop.

Ich finde, genügend Hinweise auf eine Gentrifizierung. Doch der endgültige Beweis ist folgender:

Direkt um die Ecke aufgenommen. Die Kunstszene ist nicht nur angekommen, sind beginnt auch, sich eine sichtbare Infrastruktur aufzubauen.

15. März 2007, 00:18 | Abgelegt unter: Wo ich jetzt in Neukölln wohne | Tags: | 1 Kommentar

Der alltägliche Wahnsinn (II)

Ort: Cafe in Friedrichshain. Ein Tisch.
Personen: Mann, irgendwo zwischen 25-30, Deutscher. Zwei Frauen, ungefähr gleiches Alter, englischsprachiges Ausland.
Situation: Alle sitzen an je einem fast leerem Weizen. Der Mann versucht das Gespräch am Laufen zu halten. Die Frauen höflich, er ist offenbar ein Gastgeber, aber irgendwie wollen sie auch gehen.

Mann: Was ich noch empfehlen kann, ist das Stasigefängniss. Die Stasi? Okay. Für mich als Deutscher: du musst ein KZ gesehen haben und du musst das Stasigefängniss gesehen haben, in Hohenschönhausen. Das ist für mich beeindruckend, für mich ist das emotional.
[…] [einige Auslassungen über die SED, die jetzt PDS heißen würde (März 2007, na ja, auf dem Laufenden scheint er nicht zu sein, er denkt offenbar eher in größeren Zeiträumen) und einigen höflichen Nachfragen] […] Nach dem Krieg gab es die Nürnberger Prozesse. Ja. Und aber nach der DDR, da gab es nichts. So, ich meine. Das… ist so. […]

Kurz danach gehen sie.

[Fortsetzung zu Der alltägliche Wahnsinn]

07. März 2007, 01:42 | Abgelegt unter: Nerviges, Das ist die Welt, in der wie leben | Tags: | Comments Off

Abtreibungsverbot Nicaragua

Wo ich beim posten bin: Mittwoch, 17.03.2007, 19.00 Uhr, Kato:

Abtreibungsverbot von links?! Nicaragua – Lateinamerika – International
Feministische Strategien gegen linkskonservative Geschlechterpolitiken

Mit Violeta Delgado (Nicaragua) und Sarah Diehl (Deutschland)

Kurz vor der Wahl von Daniel Ortega zum Präsidenten Nicaraguas verabschiedete die nicaraguanische Nationalversammlung mit den Stimmen vieler Abgeordneter der sandinistischen Partei (FSLN) ein Gesetz, das es sogar im Falle einer Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Frau unter Strafe stellt, abzutreiben – ein Angriff auf elementarste Frauenrechte.
mehr bei der Rosa-Luxemburg Stiftung (irgendwer muss die Flugkosten ja bezahlen)

05. März 2007, 15:13 | Abgelegt unter: Welt, Bestimmt wissens eh schon alle, Das ist die Welt, in der wie leben | Tags: | Comments Off

Cyberfeminism

Österreich ist ein absurdes Land, auch und gerade für Linke.
Linke Politik ist kaum möglich, weil einfach rund 95% der politischen Gruppen so unglaublich antiimperialistischen Müll von sich geben, dass die Berliner Antiimps wie geläuterte Gutmenschen klingen. Und die anderen, besseren Gruppen sind ganz ganz wenige Einpunktgruppen (anirassistische Initiativen, Initiativen für das Recht auf Abtreibung), bei denen man aber lieber nicht über den Einpunkt hinaus ihre politische Meinung wissen möchte. Zwischendrin die Rosa Antifa Wien und einige antideutsche Initiativen (antinational heißt das auch manchmal). An sich scheint es „bessere Gruppen“ eh fast nur in Wien zu geben.
Und daneben gibt eine politisch um vieles, als in Deutschland, aktivere Künsterlerinnen- und Künstlerszene, die immer wieder großartige Aktionen auf die Beine stellt und mit einem theoretischen Background wuchert, der anderswo zum Ausschluss wegen Intellektualismus führen würde. Nicht zu vergessen die vor allem akademisch geprägte feministische Szene zwischen Staatsförderung und Automomer Linker, die sie sich beispielsweise im Magazin cyberweiber darstellt.
Jetzt mal wieder: nicht irgendeine linke Gruppe, sondern die Vereinigung der bildender Künstlerinnen Österreich, veranstaltet die Ausstellung und Performancereihe cyber feminism past forward zu feministischer Kunst im Internetzeitalter. Für umsonst, weil: sie unter anderem von Bundeskanzleramt gefördert wird. Österreich halt, ein komisches Land.

05. März 2007, 15:03 | Abgelegt unter: Das ist die Welt, in der wie leben, Nebenher | Tags: | 1 Kommentar

Drückende Moral

Das wirklich Nervigste an Zahnarztpraxen sind die handgemalten Bilder von Kindern an den Wänden. Zähne werden angegriffen und weinen wegen Süßigkeiten, freuen sich über Obst und Milch. Zähne weinen, werden gebohrt, lachen danach wieder. Arg. Der moralische Zeigefinger ist erdrückend deutlich in diesen Bildern umgesetzt, inkorporiert von den Kindern, die diese Bilder gemalt haben. gewollt von den Ärztinnen und Ärzten, die ernsthaft solche Bilder aufhängen. Und dieser Zeigefinger schreit einen an, obwohl man sich ja immerhin schon in die Praxis getraut hat.
Man will den Bildern zuschreien: Halts Maul. Hau ab. Süßes kann auch Spaß machen, scheiße. Was geht es euch an? Was wollt ihr mir verbieten? Scheiß angepasstes Askesepack. Immer nur auf die Zähne achten, verdirbt einen den Spaß am Leben. Wollt ihr das? Wollt ihr das wirklich? Wirklich wirklich?
Und wenn man mit Zahnschmerzen kommt, ist es noch schlimmer. Da fängt man an, den Bildern auch noch zuzunicken. Weil: auch in diesen ideologischen Volksgesundheitsprodukten1 steckt doch eine Wahrheit: Zähne gehen kaputt mit der Zeit und das tut verdammt weh, manchmal. Aber weisse Wände würden nicht so ein schlechtes Gewissen machen.

  1. „ideologische Volksgesundheitsprodukte“: eine lustige Tautologie. All die Aussagen zur Gesundheit sind selbstverständlich ideologisch. [zurück]

05. März 2007, 14:16 | Abgelegt unter: Nerviges | Tags: | Comments Off