chaze

regt sich auf & erklärt das universium

Sometimes I like the Kulturindustrie

1.) Jay-Z hat ein neues Album draussen und (das ist das) der Artikel in der Berliner Zeitung vom Samstag dazu ist tatsächlich gut. Gerade die Stellen, wo der Autor den Rest des (besseren) amerikanischen Groß-Raps abwimmelt. Und letztlich ist Jay-Z immer noch der intelligenteste unter den Rap-Größen.

2.) Freitag endlich einmal im Tesla gewesen. Eine Performance zum Grenzbereich Technik, elektronische Musik und Tesla-Transformator. Das erste Instrument (ein Lichtbogen von 1900 , dass mit dem Summen von elektrischen Glühbirnen Musik machte) machte nach fünf Minuten Peng, es qualmte und der Techniker hatte keine Ahnung, wieso. Der Tesla-Transformator funktionierte erstmal und dann ging das Licht des Saals einfach nicht mehr, genauso wie die Laternen auf der Straße. Sehr kurzweilig. Der erste Vortrag danach erklärt die Technik auf einfacher Ebene, doch dann wurde es mit den Wortmeldungen aus dem Publikum und dem zweiten Vortrag zu Elektrizität aus dem „Äther“ esotherisch. Ab da war ich weg. Bis dato aber war es nett.

27. November 2006, 12:40 | Abgelegt unter: Happy Kapitalismus | Tags: | Comments Off

Boring Krach

Wo man jetzt Grime auch in Deutschland kaufen kann, wo bleibt da der Hippnessfaktor bei dem Krach?

21. November 2006, 20:22 | Abgelegt unter: Bestimmt wissens eh schon alle, Happy Kapitalismus | Tags: | Comments Off

Der alltägliche Wahnsinn

(Gestern, in der U-Bahn: Eine Frau mit strengem Kopftuch, auffällig ordentliche Haltung. Eine Frau mit lockerer Haltung, ohne Kopftuch. Beide wiener Akzent.)
Frau ohne Kopftuch: Und hier ist es wohl schwieriger?
Frau mit Kopftuch: Ja, in Österreich, da sind die nicht… In Berlin, hier, da trauen die sich mit dieser Geschichte nichts. Diese .. stehen vollkommen unter der Kontrolle, von …
Frau ohne Kopftuch: Ja, ja. Hm.
Frau mit Kopftuch: (kurze Pause) Und dann sind die Medien, die Presse hier… Das geht ja alles nur gegen uns. Die ganzen Medien.
Frau ohne Kopftuch: Ja, hm. Natürlich. Ja.
Frau mit Kopftuch: Ich hab das auch gelesen. Diese Märchen. Die Sternausgabe, mit mit dem Bild aus Haifa und dem aus Ira… aus dem Libanon.
Frau ohne Kopftuch: Ja, ja.
(Beide steigen aus)
(Keine Erfindung. Ich schwöre, ich habe es gleich so, wie es war aufgeschrieben, nachdem sie ausstiegen.)

Heute: Wohnungssuche. Hinterhof, bessersituiertes Kreuzberg, 1. Etage. Wohnung so lala, keine muss-man-unbedingt-haben und keine nie-im-Leben-Wohnung. Blick hinaus: gegenüber drei Fenster. Eine irakische, eine iranische, ein saudi-arabische Fahne, ein Palituch und ein kleines Nasrallah-Bildchen. Ich hab mich dagegen entschieden.

07. November 2006, 14:44 | Abgelegt unter: Nerviges, Das ist die Welt, in der wie leben | Tags: | 2 Kommentare

Bundeswehr, Ha Ha

Über die Polizei macht man sich ja von Zeit zu Zeit lustig. Das ist einfach notwendig, wenn man sie auf Einsätzen selber erlebt. Im Allgemeinen zumindest.
Doch die Intelligenz dieser Beamtinnen und Beamten ist gewiss höher als das, was ein Artikel im aktuellen Spiegel (45/2006) verkündet:

„Rund 40 Prozent der Bewerber zum Zeitsoldaten sind den Fragebögen und Tests [der Bundeswehr] nicht gewachsen und fallen durch.“

Dabei kommen auch noch rund 40% der Zeitsoldaten, die es dann doch schaffen, aus dem Osten. Und die Bundeswehr, die ja gerade viel zu tun hat in der Welt, hat letztens gleich die Anforderungen gesenkt, um noch genügend Bewerber zu bekommen. Bildung schützt offenbar gut vor dem Wunsch nach (freiwilligen) Wehrdienst. Insoweit scheint Bildungsarbeit doch wieder Friedensarbeit zu werden. Wenn alle Abi haben, gibts keine Soldaten und Soldatinnen mehr. Ha.

05. November 2006, 21:57 | Abgelegt unter: Die deutsche Gesellschaft, Nebenher | Tags: | Comments Off

Fuck Nazi-Grab Aktion in Österreich

Manchmal ist man (ich, bin ich) überrascht, was so in Österreich geht. Eigentlich hört man (ich, höre ich) von dort wenig nettes (aus der „Linken“). Doch dann machen einfach KünstlerInnen etwas vollkommen notwendiges:

Am Mittwoch, den 18. Oktober 2006 um 11.00 Uhr wurde von uns [Wolfram P. Kastner und Martin Krenn] am Grazer Zentralfriedhof auf dem dort befindliche Ehrengrab für einen SA-Sturmbannführer mit Hakenkreuz und dem Text „ER FIEL IM KAMPFE FÜR GROSSDEUTSCHLAND“ eine transparente Tafel angebracht. […]

Diese Tafel, welche das Ehrengrab in seinen historischen Kontext einordnet und eine Ende des Gedenks an nationalsozialistische Täter fordert, ist auf der Homepage von Martin Krenn noch zu sehen. Ebenso einige Artikel zu der Aktion. Im Original ist die Tafel schon wieder verschwunden. Aber der Skandal halt nach. (Zumal die Künstler wegen dieser Entfernung eine Anzeige stellten, weil so ein Hakenkreuz absichtlich sichtbar gemacht wurde.)

Keine Ahnung, ob das was bringt. Gut ist die Aktion auf jeden Fall. Und sie sagt etwas über die österreichische Linke aus: die Kunst ist in dort oft politischer, als die politischen Gruppen. Das ist zumindest im Bereich Antifa und im Feminismus einfach offensichtlich.

03. November 2006, 16:43 | Abgelegt unter: Aktionismus, Welt, Bestimmt wissens eh schon alle | Tags: | Comments Off