chaze

regt sich auf & erklärt das universium

Broder / Israel / PA

Freitagskommentar auf Radio Eins (heute Morgen, 8 Uhr 9 Minuten) von Henryk M. Broder zur aktuellen Situation in Israel und den Gebieten der PA sowie den Anmaßungen der Hamas eine Regierung sein zu wollen. Realaudio-Stream hier.

30. Juni 2006, 13:51 | Abgelegt unter: Die Medien, Welt | Tags: No Tags | Comments Off

Bürgerliche Kritik zur WM

Wo die (Männer-Fußball) WM jetzt offenbar bald wieder vorbei ist, ein kleiner Hinweis auf eine kleine Aktion der Stiftung Nord-Süd-Brücken e.V., die in diesem Zusammenhang gestartet wurde, bevor es zu spät ist. Der „Weltbürgertest“, eine Persiflage des „Einbürgerungstest“ mit moralischem Impetus. Vor allem geht es darum, im Rahmen der WM auf Ausbeutung im internationalen Rahmen, Rassismus, Sexismus und Dummheit in Deutschland hinzuweisen. Das ist nichts Weltbewegendes. Aber falsch ist es halt auch nicht.
Weltbürgertest hier

29. Juni 2006, 12:20 | Abgelegt unter: Die deutsche Gesellschaft, Kopfschütteln und Achselzucken, Aktionismus | Tags: No Tags | Comments Off

MIA immer noch schlecht

Wo jetzt demnächst MIA in Berlin auftreten, ständig für diese Band Werbung gemacht wird und deren aktuelle Single auch schon eine Weile in den Charts (gerade Platz 22) rumspringt: eine kurze Erinnerung, bevor die (wieder) auf linken Partys gespielt werden. Diese Band war es, die das Lied „Was es ist“ gemacht haben (selbstverständlich, der Großteil des Textes war von Erich Fried geklaut). Das war Nationalismus, Deutschtümelei und Schlussstrichmentalität im Deutschpop-Format. Die Hauptstrophe lautete:

„Es ist, was es ist, sagt die Liebe. / Was es ist, fragt der Verstand. / Wohin das geht, das wollen wir wissen. / Und betreten neues deutsches Land. / Es ist, was es ist, sagt die Liebe. / Was es ist, sagt der Verstand. / Ich freu mich auf mein Leben. / Mache frische Spuren in den weißen Strand.“

Damals, 2004, gab es große Proteste gegen diese Band. Zumal diese sich als linke Gruppe verstand und am 1. Mai 2003 auf der Berliner 1. Mai Demo („18 Uhr Demo“) aufgetreten war. Heute scheint es teilweise wieder vergessen zu sein. Schließlich konnte sie auch nicht erklären, was das ganze sollte und trat als beleidigte Musikerin und Musiker ohne jede Ahnung in die Öffentlichkeit.
Deshalb dieser Hinweis: wer immer noch denkt, MIA sind übel kann auf der damaligen Kampagnenseite gegen diese Band (www.mia-ist-uebel.tk) wieder mal vorbeischauen. Sie wird fortgeführt.

28. Juni 2006, 12:31 | Abgelegt unter: Nerviges, Die deutsche Gesellschaft | Tags: No Tags | Comments Off

Gruselig

Zum Glück kann man Friedenshippies heutzutage meist ignorieren. Aber weil heute der US-Präsident in Wien weilt gibt es eine Demo aus dem Friedenshippie + Antiimp-Spektrum gegen ihn. Das war der Grund, etwas in deren Texten rumzuschauen. Ganz schlimm. Beispeilsweise stoppwar.at, die tatsächlich behaupten:

„Nur solange der Dollar die Reservewährung der Welt ist, 70% des gesamten Welthandels werden in Dollar abgewickelt, kann sich die U$A auch ihr gigantisches Außenhandelsdefizit leisten. Allein das jetzige U$- Handelsbilanzdefizit beträgt ca. 500 Milliarden Dollar und wird jedes Jahr mehr. Insgesamt betrug die Schuld der U$A an ausländische Gläubiger schon 2003 die unfassbare Summe von ca.3,7 Billionen Dollar (3.700 Milliarden Dollar). Der Stand für 2005 wird schon mit 6 Billionen Dollar angegeben. Sollte ein bedeutender Teil der restlichen Welt den Dollar als Leitwährung kippen, hätte das also für die U$A katastrophale Folgen. Das ist die „Bombe“, die die U$A fürchtet. Das wollen die U$-Machthaber verhindern, nach dem Krieg gegen das irakische Volk, nun durch einen Krieg gegen das iranische Volk !“

Will heißen: den gierigen Amis (mit Dollarzeichen im Namen) geht nur um das Geld (Oje, ähm, huch. Ist das nicht „normal“ im Kapitalismus?) und nur deshalb wollen sie ein Volk quasi fast umbringen.
Die offizielle „Aktionseinheit“ gegen den Besuch fasst uhr Denken wie folgt zusammen:

„Wir – Menschen, die sich gegen Krieg, Besatzung, neoliberalen Sozialabbau und Umweltzerstörung engagieren – empfindenden den Besuch des US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush im Rahmen des EU-USA Gipfels schlicht als eine Provokation. Denn mit Bush kommt einer der größten lebenden Kriegsverbrecher nach Österreich , der für jahrelange Kriege und Besatzung sowie für die grausamen Folterungen in Abu Ghraib, Guantanamo und die geheimen CIA-Gefängnisse in Europa verantwortlich ist. Mit Bush kommt aber auch ein Symbol für Sozialabbau, Umweltzerstörung und der Diskriminierung von ethnischen und sozialen Minderheiten nach Österreich. Zurecht wurde Bush vom venezolanische Präsidenten Hugo Chavez als „Mister Danger“ bezeichnet. “

Also: alles schlechte kommt vom Ami.
Und nicht anders pseudo-rebellisch tönt die kommunistische Initiative:

„Es ist nicht unsere Sorge, sondern die der systemkonformen Linken, ob die Demonstration am 21. Juni als „antiamerikanisch“ wahrgenommen wird, oder nicht. Wir sind KommunistInnen, und als solche stehen wir an der Seite der Ausgebeuteten, Unterdrückten und Geknechteten weltweit; ihnen gilt unsere Solidarität, die wir mit unserer Demonstration zum Ausdruck bringen. Die Ärmsten und am Schlimmsten vom US-Regime gepeinigten, die Häftlinge in Guantanamo, die Menschen im Irak, in Afghanistan, in Palästina und anderen Teilen der Welt, die der US-Imperialismus und seine Satelliten terrorisieren, sollen hören: Auch in Wien wurde Bush so empfangen, wie es ihm gebührt: Mit Zorn und Verachtung für seine verbrecherische Politik!“

Antisemitismus (Thema Iran), Kapitalismusanalyse und so weiter Fehlanzeige. Die Bösen sind die Bösen, die Gut gut, die Völker friedlich. Es gäbe, gerade zu den Auseinandersetzungen vor der Demo noch einiges zu sagen, aber es lohnt auch nicht. Immerhin kann man sie ignorien (wenn man nicht gerade in Wien ist). Und man hat ja auch nichts anderes erwartet. Es ist nur erschreckend, immer mal wieder darauf gestoßen zu werden, dass solche Durchgeknallten immer noch aktiv sind.

21. Juni 2006, 12:25 | Abgelegt unter: Nerviges | Tags: No Tags | Comments Off

Deutsche Nazis in Polen

Wenn sich eine rechtsextreme Partei aus Deutschland in Polen zu einer Klausurtagung trifft, was ist das dann? Angewandter Revisionismus, Internationalismus mit völkischen Vorzeichen oder einfach nur Kostenersparniss?
Zumindest hat sich die Ex-Schillpartei (jetzt Offensive D) offenbar vom 11./12.06. in Łagów (wird bei denen „selbstverständlich“ anders geschrieben) zu einer solchen Tagung getroffen (steht auf deren Hompage, aber ich weigere mich, sie zu verlinken). Ich tippe auf die erste Möglichkeit.

19. Juni 2006, 17:21 | Abgelegt unter: Nerviges, Die deutsche Gesellschaft | Tags: No Tags | Comments Off

Homophobie / Polizei / in Polen

Bei der Gay Pride Parade in Warschau war nicht nur Prominentenschaulaufen für Deutsche angesagt. Es wurden auch Menschen verhaftet. Einer sitzt immer noch in Untersuchungshaft. Dagegen gibt es in Berlin am Freitag eine Kundgebung.
>> Informationen: queerberlin.tk
>> Kundgebung: 23.06. ab 15 Uhr, vor der polnischen Botschaft in der Lassenstaße 19-21 (S-Bhf. Grunewald, M19 bis Hasensprung) [Achtung: langer Anfahrtsweg]

19. Juni 2006, 13:52 | Abgelegt unter: Aktionismus | Tags: No Tags | Comments Off

Schlechter / Schlecht

Peinlich ist wenn, wie gestern, die Soliparty für den antirassistischen AFFI Cup in der Kastanie (Punk, Punk und DJ’s mit Punk) praktisch von (Weltmeisterschafts-)Fußballfans gestürmt wird und sie niemand daran hindert.
Gut zu wissen, dass das den eher kommerziellen organisierten Leuten von grimetime, trotz professioneller TürsteherInnen und kräftiger Unterstützung von Puma, auch nicht anders ergangen ist. (Dafür hat das viel mehr Spaß gemacht. Vor allem die Auftritte der DJs, die auch mal wußten, dass man Platten nicht einfach nur nacheinander abspielen kann.1)

  1. Achtung! Polemik gegen DJanes / DJs auf linken Partys. Aber nur eine kleine. [zurück]

17. Juni 2006, 15:16 | Abgelegt unter: Kopfschütteln und Achselzucken | Tags: No Tags | 1 Kommentar

Der (politische) Deutschpunk

ZSK, die Punk-Band, die immer mit frischen Sachen und neu gemachten Iro auf die Bühne geht (dafür aber immerhin noch politisch etwas macht) und ganz ganz hohe Ansprüche an VeranstalterInnen (wir hätten gerne veganes Essen, diese Müslirigel, dieses Wasser etc. ansonsten spielen wir nicht) und sich selber stellt spielt jetzt als Vorband der Bloodhound Gang. Kein Witz.

15. Juni 2006, 14:02 | Abgelegt unter: Kopfschütteln und Achselzucken | Tags: No Tags | Comments Off

KP Broschüre

Kann eigentlich wer erklären, was die Zusammenstellung der Texte in der neuesten Broschüre der KP_Berlin zum Thema islamistischer Fundamentalismus bringen soll? Nicht, dass sie falsch wären.
Die ersten blättern den Begriff auf, differenzieren den Islamismus in verschiedene Richtung und reflektieren die westliche Wahrnehmung desselben als monolithischen Block. Schön schön. Dochdann wird der Beitrag zum Indeterminate!Kommunismus 2003 von Moishe Postone, der sich mit dem Antisemitismus in der US-amerikanischen Linken beschäftigt zum X-ten Male abgedruckt, ohne das klar wird, wozu. Im vorletzten Text polemisiert Udo Wolter, gestützt auf die ihm eigene Weigerung postmoderne Argumentationsweisen anders wahrzunehmen, den als Vernebelungen, gegen die antirassistische Linke oder so. Nun gut, das macht er auch schon längere Zeit. Im letzten Text sagt die KP dann noch mal, dass es schon irgendwie schwierig ist mit der Kritik der Islamismus, ohne rassistisch sein zu wollen, mit der Kritik des Antisemitismus ohne Kulturalismus.
Das mag ja alles sein. Aber was soll’s? Ist das die ganze Erkenntnis der Broschüre? Kommt da noch was? (Und – um eines meiner Lieblingsthemen einzubringen – was ist eigentlich mit der Kritik der Religion?) Wozu der ganze Stress?

13. Juni 2006, 13:48 | Abgelegt unter: Kopfschütteln und Achselzucken | Tags: No Tags | 1 Kommentar

How to become a „Gruener“

Zum/zur Grünen wird man ganz einfach. Da gibt es eine vollkommen berechtigte Demo in Warszawa gegen Homophobie. Vielleicht halbe Berliner Antifa ist nach den Vorfällen in den letzten Jahren, bei denen diese Demo verboten und als sie doch durchgeführt wurde, von Nazis und Religiösen angegriffen wurde, dort. (Zumindest sahen die gestrigen Partys so aus.)
Aber nicht nur. Auch Claudia-war-mal-Managerin-von-Ton-Steine-Scherben Roth und Volker Beck, der bei einer ähnlichen Parade vor zwei Wochen in Moskau – zusammen mit anderen Teilnehmenden – zusammen geschlagen wurden waren anwesend. Nun: wenn an den beiden und der Partei, die sie vertreten etwas glaubhaft ist, dann dass sie etwas gegen offene Homophobie haben. Insoweit ist das schon nicht vollkommen falsch, dass sie auch da sind. Allerdings – man hätte es voraussehen können – wird in den Medien vor allem über diese beiden berichtet.
Und schon ist die Antife Teil der Grünen. So einfach geht das halt.

10. Juni 2006, 21:40 | Abgelegt unter: Nerviges, Die Medien | Tags: No Tags | 2 Kommentare